Simplify your life

Mehr ist mehr. Das scheint die Devise meiner Generation zu sein.

Dieses Motto zieht sich durch alle Lebensbereiche, ob es nun um Sexualpartner, Freunde, Hobbies, Geld oder Kleidung geht- man möchte möglichst mehr, immer mehr und vor allem: mehr als die anderen.

Doch ich frage mich, ob es überhaupt möglich ist auf die Qualität zu schauen, wenn die Quantität so wichtig ist?

Ich möchte ein Selbstexperiment starten. Ich selbst habe die letzten Jahre nach dem Motto "Mehr ist mehr" gelebt, ohne es zu bemerken.

Viele Affairen, viele Bekanntschaften, viele Mitgliedschaften, viele Ausgaben haben mich jeweils kurzfristig- aber nichts davon andauernd- zufrieden gestellt. Nun sitze ich gerade nach der Trennung von meinem Mann in einer Stadt, in die ich eigentlich nie ziehen wollte, mit zuvielen Sachen in meiner Wohnung, die ich eigentlich überhaupt nicht brauche und zuvielen offenen Rechnungen von Dingen und Hobbies, die ich angehäuft aber nicht richtig genutzt habe und vielen Bekannten aber kaum Freunden.

Ich wollte schnell hoch hinaus, habe zuviele Kurse an der Universität belegt und darunter haben meine Leistungen in jedem einzelnen Fach gelitten. Nun werde ich es nur mit Ach und Krach überhaupt schaffen das Semester zu bestehen. Und dann?

Schluss damit! Ich werde ab jetzt eine Schlankheitskur beginnen. Doch nicht mein Körpergewicht muss reduziert werden, sondern das überflüssige Gewicht meines Lebens, welches durch Unnötiges verursacht wird.

Ich will ab jetzt nach dem Motto: "WENIGER ist mehr" leben, und das wirklich ernst nehmen.

Und so fange ich an:

1. ich muss nicht in einer aufregenden Großstadt leben, wo überall Ablenkungen darauf warten mich in Beschlag zu nehmen, ohne dass sie mich in meinem Leben weiterbringen. Ich kehre zurück in die Kleinstadt aus der ich hergekommen bin, wo ich mein Studium begann, und werde es dort abschließen.

2. ich brauche nicht Bücher zu jedem Thema das mich nur halbwegs interessiert. Und die Bücher, die ich gelesen habe und keine Nachschlagewerke sind, muss ich nicht aufbewahren. Ich werde alle verschenken, die ich nicht wirklich unbedingt brauche.

3. Dasselbe gilt für alle anderen Kategorien meiner Gegenstände, die ich im Laufe der Jahre des Mottos "Mehr ist mehr" angehäuft habe. Kosmetik noch und nöcher, Kleider wohin das Auge reicht, Berge von Schuhen und sogar Bürobedarf habe ich gesammelt wie verrückt. WEG DAMIT! Verschenken, verkaufen, wegwerfen.

4. Ich brauche nicht zehn Mitgliedschaften die auch noch alle kostenpflichtig sind in allen möglichen Verbänden nur um jemand zu sein. Ich werde alle Mitgliedschaften aufkündigen, die kostenpflichtig sind, bis auf das Fitnessstudio, da ich finde, dass man schon fit bleiben sollte.

5. Ich brauche keine unzähligen Hobbies um wer zu sein. Ich bin jemand. Auch ohne dass ich mich durch Geigenstunden, Reitstunden, Französischstunden und Türkisch-Tandem quäle. Es reicht wenn ich mir eine Sache aussuche und die dann richtig durchziehe. Ich kann nämlich nichts von alledem wirklich aber alles ein wenig. Jetzt soll es fokussiert in die Tiefe gehen.

6. Freunde brauche ich nicht wie Sand am Meer sondern neben mir und zwar solche, auf die ich mich verlassen kann. Und ich muss sagen: jetzt wo ich mich getrennt habe und eine Krise hatte, haben mich nur wenige wirklich motiviert und aufgefangen. Und alle anderen kann ich knicken.

7. Ich muss nicht dauernd reisen, über Reisen informiert sein und träumen, woanders zu sein. Wichtig ist, dass ich den Ort wo ich lebe so gestalte, dass ich mich wohl fühle und das repräsentiere, was ich gern sein möchte. Wenn ich Zuhause nicht glücklich bin, bin ich es auf Dauer auch sonst nirgendwo.

8. Ich muss nicht die Antwort auf alles parat haben. Ich wollte immer jedem beistehen und jeden lehren können. Doch das ist ein Anspruch, dem keiner genügen kann. Wichtig ist, dass ich für meine Freunde da bin, aber für die richtig. Und dass ich angenehm für alle bin, die gezwungen sind mit mir umzugehen. Und wenn ich dann noch Energie habe, kann ich gezielt einzelnen die offensichtliche Probleme haben etwas von mir geben, was auch immer gerade gefragt sein mag. Aber ohne mir dabei einzubilden, dass ich dadurch besser wäre. Sondern einfach nur, weils geht und ich Segen im Überfluss habe- unverdient.

Ich habe mir vorgenommen, dass ich neben dem Fitnessstudio zunächst KEINE Hobbies beginnen werde, die kostenpflichtig sind. KEINE! Und dass ich stattdessen meinen Fokus auf die Notwendigkeiten lege. Sollten sich kostenlose, interessante Möglichkeiten dort ergeben, wo ich ohnehin bin, werde ich es mir überlegen sie zu nutzen. Aber nicht automatisch wenn etwas umsonst ist wird es Teil meines Lebens! Qualität zählt.

Das Ganze soll unter dem Motto:"Der Weg der Liebe" laufen und so funktionieren, dass mein übergeordnetes Ziel die Liebe ist. Das klingt jetzt schräg aber ich habe festgestellt, dass es nichts gibt was mich glücklicher macht als die Liebe. Wenn ich mich mit negativen Gedanken quäle, mich über andere oder mich selbst ärgere, Selbstmitleid habe oder deprimiert bin, dann geht es mir natürlich nicht gut. Wenn solche Gedanken hochkommen lösche ich sie, und zwar indem ich mich frage für wen ich wie ein Segen sein kann. Und das soll nun mein ganzes Leben sein: ein Segen für mich und meine Mitmenschen. Denn wenn ich immer alles nur tue, um mehr für mich zu haben, dann tue ich unterm Strich GARNICHTS von Bedeutung.

Und was ich weiß ist: Segen liegt nie darin, immer mehr zu wollen. Ich werde hier regelmäßig darüber berichten, welche Fortschritte, Rückschritte und Erfahrungen ich auf meiner Schlankheitskur und dem Weg der Liebe gemacht habe.

Vielleicht kann ich ja den ein oder anderen dazu inspirieren ebenfalls sein Leben unter die Lupe zu nehmen.

Ich wünsche dir einen Tag, an dem du etwas tust, das wirklich Bedeutung hat.

Bis bald, Sulamith

14.1.15 14:49

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